Heilt man mit Vitamin C den Schnupfen schneller?

Wenn die Nase anfängt zu laufen, greifen die meisten Menschen sofort zum Vitamin C oder trinken ein Glas Orangensaft. Ist das tatsächlich eine wirkungsvolle Lösung? Immer mehr Untersuchungen sagen: Nein!

Die neuesten Erkenntnisse über das Vitamin C sind die Ergebnisse jahrzehntelanger Forschung. An den Studien nahmen etwa 11.000 Versuchspersonen teil. Sie nahmen mindesten 200 mg Vitamin C täglich zu sich. In den USA ist die empfohlene Tagesdosis 60 mg.

Während der Untersuchung stellte sich heraus, dass Vitamin C die Dauer des Schnupfens und die Schwere der Erkältung nicht wirklich senkt. Nur bei bestimmten Gruppen kann Vitamin C das Risiko eines Schnupfens bis zu 50 % senken. Dazu gehören Menschen, die unter einer großen physischen Belastung stehen, zum Beispiel Marathonläufer oder Soldaten. Für andere Patienten kann ein Glas Orangensaft höchstens erfrischend sein. Es gibt also keinen Grund anzunehmen, dass mit Vitamin C einem Schnupfen vorgebeugt werden kann – behauptet der australische Arzt Robert Douglas.

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Woher stammt aber dieser Mythos über die Schutzwirkung des Vitamin C? Der Nobelpreisträger Linus Carl Pauling (1901-1994) erwähnt in seinem Buch „Vitamin C und der Schnupfen“ einen Zusammenhang der Beiden. Er untermauert aber diese Aussage mit keinem wissenschaftlichen Beleg.

Es stimmt zwar, dass Vitamin C nicht vor Schupfen schützt, aber man sollte laut Fachleute trotzdem keine Gegenkampagne starten. Vitamin C ist nämlich nicht schädlich. Vitamin C soll auch das Risiko manche Krebserkrankungen senken – behaupten andere Untersuchungen.

Ein Glas Orangensaft tut auch gut, auf jeden Fall schaden wir damit dem Körper nicht. Aber wenn Sie spüren, dass der Schnupfen bald kommt, dann kaufen Sie lieber eine Großpackung Taschentücher.

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