Rauchen abgewöhnen: ohne Hilfe geht es nicht

In einer neuen Studie wurden Aufnahmen über das Gehirn von Patienten vor und nach der Raucherentwöhnung gemacht. Die Aufnahmen 24 Stunden nach der letzten Zigarette zeigen eine vermehrte Aktivität des Gehirns in der Gehirnhälfte, welche für das Verlangen zuständig ist. Bei den Aufnahmen wurden den Patienten Bilder gezeigt, auf denen irgendjemand gerade eine Zigarette rauchte.

Die Gehirnaktivitäten spielten sich in dem Gehirnteil ab, welcher für die Lerngewohnheiten, beziehungsweise die für die sich automatisch wiederholenden Tätigkeiten (zum Beispiel Fahrrad fahren, Zähne putzen) zuständig ist. Wenn die Raucher nach der Entwöhnung wieder auf diese Anzeichen treffen, dann aktiviert sich der Gehirnteil, welcher für diese automatischen Antworten zuständig ist. Daher ist zur Entwöhnung unbedingt auch eine Steuerung des Unbewussten notwendig. – erklärte der Psychiaterprofessor Joseph McClernon.

Wenn wir unserem Partner, Freund oder Bekannten dabei helfen wollen mit dem Rauchen aufzuhören, bedarf es ein bisschen mehr als nur zu sagen, dass er der Versuchung widerstehen soll.

Er braucht Hilfe um die Verhaltensschemata zu löschen, welche sich beim Rauchen sehr stark gefestigt haben. Von den Rauchern, die alleine, ohne Hilfe mit ihrer Sucht aufhören wollten, schafften es lediglich fünf Prozent. Die meisten fangen wieder an zu rauchen. Die Forscher versuchten zu verstehen, was sich dabei im Gehirn abspielt, und diese Studie brachte sie der Lösung einen Schritt näher.

Das Nikotinpflaster oder das Rauchen einer nikotinfreien Zigarette ist zum Beispiel ein Ausbrechen aus dem gewohnten Verhaltensmuster. Bei dieser Handlung bekommt das Raucherverhalten keine Verstärkung, weil diese Art des Rauchens an sich dem Körper kein Nikotin zuführt. Dies hilft aus der Gewöhnungsserie auszubrechen und der Patient fängt an weniger zu rauchen – behauptet ein anderer Wissenschaftler der Forschungsgruppe Jed Rose.