Brustkrebs bei Männer – Ursachen, Symptome und Heilung

Die Früherkennungsdiagnostik und die Therapie des Brustkrebses ist bei Männern und Frauen gleich. Obwohl die Symptome und die Folgen sehr ähnlich sind, muss man trotzdem auf die Unterschiede sowie auf die unterschiedliche Vorsorgemaßnahmen und Behandlung der Männer und Frauen hinweisen.

Brustkrebs tritt bei Männern in der Regel in den späteren Lebensjahren auf: erst mit 60-70 Jahren. Die Selbstuntersuchung und Aufklärung – wie zum Beispiel das Kennenlernen der Risikofaktoren kann nie früh genug anfangen. Da bei Männern die Krankheit in der Regel erst in einem sehr späten Stadium entdeckt wird, ist bis dahin der Krebs bereits fortgeschritten. Die Ursache der späten Diagnostik in den meisten Fällen ist, dass sowohl die Patienten als auch die Ärzte den Symptomen nach nicht zuerst an Krebs, sondern an eine Gynäkomastie denken, welche die Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann ist.

Einige statistische Daten über den Brustkrebs der Männer

Von den Brustkrebserkrankungen sind etwa 0,6 bis 1 Prozent der Fälle die Männer betroffen. 2006 wurde in den USA bei 1700 Männern Brustkrebs diagnostiziert. Ungefähr 400 an Brustkrebs erkrankte Männer starben an der Krankheit. Die Häufigkeit des Brustkrebses unter Männern nimmt zu, in 10 Jahren wurde eine Steigerung um 60 % beobachtet.

Ursachen des Brustkrebses bei Männern

Obwohl es noch nicht klar ist, was den Brustkrebs der Männer verursacht, sind bereits einige Risikofaktoren bekannt.

Fortschreitendes Alter

Mit fortschreitendem Alter erhöht sich das Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Die meisten Erkrankungen wurden bei den über 60 Jährigen diagnostiziert.

Strahlenbelastung

Eine frühere, längerfristige Strahlenbelastung kann das Risiko einer Brustkrebserkrankung erhöhen.

Übergewicht

Brustkrebs gefährdet wegen der überflüssigen Pfunde die Männer zumeist erst ab dem 35. Lebensjahr. Fettzellen im Körper in großen Mengen erhöhen den Östrogenspiegel. Der erhöhte Östrogenspiegel zählt auch zu den erheblichen Risikofaktoren.

Genetische Veranlagung

Wenn bei nahen Verwandten, wie zum Beispiel bei Mutter oder Schwester früher eine bösartige Tumorerkrankung diagnostiziert wurde oder sogar Brustkrebs, dann muss man aufpassen. Laut Statistiken entdecken Ärzte bei einem von fünf brustkrebskranken Männern in seiner Familie auch eine weitere Tumorerkrankung.

Hoher Östrogenspiegel

Der hohe Östrogenspiegel kann – neben Leberschäden – auch eine Rolle bei der Herausbildung des Brustkrebses bei den Männern spielen. Wenn jemand östrogenhaltige Medikamente nimmt (zum Beispiel während und nach einer Geschlechtsumwandlungsoperation), hat er ein höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Auch in der Hormontherapie bei einem Prostatakarzinom werden dem Patienten östrogenhaltige Medikamente verabreicht. Diese Methode wird aber nur deswegen angewendet, weil die Heilungschancen viel höher als das Risiko einer Brustkrebserkrankung sind.

Klinefelter-Syndrom

Männer, die mit dieser Erbkrankheit leben, haben in den meisten Zellen ihres Körpers mehr Chromosome X als die üblichen Pärchen XY. Das häufigste Symptom des Klinefelter-Syndrom ist die Unfruchtbarkeit, da der Körper weniger Testosteron produziert. Die Patienten haben auch weniger Körperhaare, weniger Muskeln und eine hohe Stimme. Außerdem können sie Probleme mit der Kommunikation oder Sprachprobleme haben.

Leberschaden

Wer mit einer ernsthaften Lebererkrankung lebt, dessen Leber produziert weniger Androgene als bei gesunden Menschen. Stattdessen produziert sie vermehrt Östrogene. Diese können – wie bereits oben beschrieben – auch die Herausbildung des Brustkrebses fördern.

Alkoholkonsum

Wer regelmäßig und viel Alkohol konsumiert, hat auch ein höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken.

Die Symptome des Brustkrebses bei Männern

Je früher das Karzinom entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Dies gilt auch bei den Männern. Mit den Symptomen sollte man also möglichst früh zum Arzt gehen.

Die häufigsten Symptome sind wie bei den Frauen:

  • Verwachsungen oder ein Wulst um die Brustwarze herum oder an anderen Stellen in der Brust
  • Die Brustwarze leert sich, eventuell blutet sie auch
  • Ein milder Knoten oder Geschwulst in der Brustwarze
  • Eiter- oder Geschwürbildung der Brust
  • Sekrete der Lymphknoten in der Achselhöhle
  • Eingezogene Brustwarze
  • Die Haut des Brustkorbes wird runzelig und faltig
  • Offene Wunden aus unbekannten Gründen auf der Brust, auf der Brustwarze oder auf dem Brustkorb
  • Eine plötzliche Veränderung der Brustgröße

Therapie

Die häufigste Therapie ist die Mastektomie, also die teilweise oder ganze Entfernung der Brüste. Außerdem gehören die Bestrahlung, die Chemo- beziehungsweise auch Hormontherapien zu den Heilmethoden.

Die Heilungschancen

Bei den Tumorerkrankungen spielt die frühe Diagnostik die wichtigste Rolle. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser sind die Chancen, dass der Patient die Krankheit überlebt. Es werden vier Stadien unterschieden. Das erste ist das Frühstadium, das vierte ist das letzte Stadium. Die behandelten Patienten haben im ersten Stadium die größte Chance zu überleben – etwa 96 %. Wird die Krankheit jedoch erst viel zu spät, also im letzten Stadium entdeckt, überleben die Krankheit nur etwa 24 % der Patienten.