Vokuhila, Dauerwelle und Neonfarben: Plötzlich sind sie wieder da. Nicht auf echten Fotos, sondern auf Bildern, die eine künstliche Intelligenz aus deinen aktuellen Selfies zaubert. Der Trend rauscht gerade durch die sozialen Netzwerke und du hast ihn wahrscheinlich schon in deinem Feed gesehen. Doch was steckt eigentlich dahinter und warum spaltet er die Gemüter so sehr?

Vokuhila und Dauerwelle per Mausklick: Der virale Hype im Detail
Stell dir vor, du lädst ein Foto von dir hoch und Sekunden später blickst du dir selbst als waschechtes 80er-Jahre-Kind entgegen. Genau das machen gerade Tausende Nutzer über KI-Plattformen wie ChatGPT.
Ein aktuelles Foto rein, ein Retro-Porträt im Stil der Achtziger raus, komplett mit toupierter Frisur und dem gewissen Retro-Charme. Wie genau der Trick funktioniert, zeigt dir übrigens giga.de Schritt für Schritt.
Warum trifft dieser Trend gerade jetzt einen Nerv? Vielleicht, weil er so herrlich unkompliziert ist. Du musst kein Kostüm anziehen, keinen Friseurtermin buchen und keine Requisiten organisieren. Ein paar Klicks genügen und du reist optisch drei Jahrzehnte zurück. Genau diese Leichtigkeit macht den Trend für viele so charmant.
Feiern oder kritisieren? Die gespaltenen Reaktionen auf den Trend
Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Während die einen den Trend als reinen Spaß feiern und ihre Retro-Bilder stolz teilen, rümpfen andere die Nase. Für sie steht der Hype exemplarisch für eine größere Debatte: Braucht es wirklich für jeden noch so kleinen Spaß den Einsatz von künstlicher Intelligenz?
Diese Diskussion ist kein Zufall. Wie du selbst sicher schon gemerkt hast, taucht das Thema KI mittlerweile praktisch überall auf, von der Bildbearbeitung bis zur Texterstellung. Manche sehen darin eine willkommene Spielerei, andere einen Vorboten dafür, wie sehr sich unser digitaler Alltag verändert. Der WDR hat sich genau mit dieser Frage beschäftigt und zeigt, wie unterschiedlich die Meinungen dazu ausfallen.
Boomer auf TikTok, Gen Z skeptisch: Wie Generationen unterschiedlich auf KI blicken
Spannend wird es, wenn man sich anschaut, wer eigentlich hinter solchen Trends steckt und wer sie kritisch beäugt. Ausgerechnet die Babyboomer erobern gerade TikTok im Sturm. Kaum eine andere Generation wächst dort aktuell prozentual so schnell. Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht?
Auf der anderen Seite steht die Generation Z. Man könnte meinen, junge Menschen wären technikbegeisterter als jede andere Altersgruppe, doch das Bild trügt zunehmend. Bei den 14 bis 29 Jährigen wächst die Skepsis gegenüber KI spürbar.
Eine US Umfrage zeigt es deutlich: Der Optimismus in dieser Altersgruppe sank innerhalb eines Jahres von 27 auf 18 Prozent. Woran liegt das? Vielleicht daran, dass gerade jüngere Menschen die Auswirkungen von KI auf Jobs, Kreativität und den eigenen Alltag am direktesten spüren.Zwischen Alltagstool und Stromfresser: KI Nutzung wächst, Kritik auch
Ob Skepsis oder Begeisterung: An der praktischen Nutzung von KI ändert das bislang wenig. Eine Forsa Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt, dass rund zwei Drittel der Befragten regelmäßig KI Anwendungen nutzen. Das ist eine beachtliche Zahl und sie dürfte weiter wachsen, wenn man sich anschaut, wie selbstverständlich KI Tools mittlerweile in Apps, Browsern und sogar Fotobearbeitungsprogrammen eingebaut sind.
Gleichzeitig wächst aber auch die Kritik an den Schattenseiten dieser Entwicklung. Ein großes Thema ist der Energiehunger der Rechenzentren, die hinter jeder KI Anfrage stecken. Jedes generierte Bild, jede Textantwort verbraucht Strom, und in der Summe wird daraus ein ernstzunehmender Faktor für den weltweiten Energieverbrauch.
Hinzu kommt ein Phänomen, das inzwischen einen eigenen Namen trägt: AI Slop. Gemeint ist die zunehmende Flut an massenhaft produzierten KI Inhalten, die das Internet überschwemmen und es immer schwerer machen, wirklich hochwertige Inhalte zu finden. Mehr Hintergründe zum aktuellen Trend und den Diskussionen darum findest du auch bei radiogong.com.
Der 80er Jahre Trend mag auf den ersten Blick wie eine harmlose Spielerei wirken, doch er zeigt exemplarisch, wie tief KI mittlerweile in unseren Alltag eingezogen ist und wie unterschiedlich Menschen damit umgehen. Zwischen nostalgischem Spaß und echter gesellschaftlicher Debatte liegt manchmal eben nur ein einziges Foto.